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Nordstrand, ein Erlebnis am Wattenmeer

Nordstrand, ein Erlebnis am Wattenmeer
PT

Ein Beitrag von

Peter Trka

21. Juni 2026

Das Wattenmeer

Das Wattenmeer ist eines der artenreichsten und wichtigsten Lebensräume, für eine spezialisierte Vogelwelt. Kaum zu glauben aber wahr, bis zu 10.000 Arten leben im Watt im Küstenbereich der Nordsee.  Bedingt durch das 2-malige Wechseln der Tiden (Ebbe und Flut) kommen mit jeder Flutphase unendlich viele pflanzliche- und tierische Organismen und präsentieren somit für die Fauna einen voll gedeckten Tisch.

Enten, Möwen, Seeschwalben, Gänse und Limikolen, die sich besonders gut an das Leben auf feuchten Böden angepasst haben, finden nur hier ausreichend Nahrung .

Schutz: Alle nordseeangrenzenden Bundesländer haben gemeinsam ihre Wattenmeer-Anteile als Nationalpark ausgewiesen, die sehr strengen Schutzmaßnahmen unterliegen.
Mehr erfahren sie im folgenden Link:
Gebietsschutz - Nationalpark Wattenmeer               

Wichtige Gebiete die Sie auf Nordstrand unbedingt besuchen sollten:

Der Beltringharder Koog

In 2 Phasen, 1987 und 1991, wurde Nordstrand durch Eindeichungen der Nordstrander Bucht eine Halbinsel und es entstand der Beltringharder Koog. Mit 3.350 ha, ist er das größte Naturschutzgebiet und Vogelparadies des Wattenmeeres, des schleswig-holsteinischen Festlandes. Im neuen Schutzgebiet entstanden Wattströme, Sand- und Mischwatten, vor allem aber nahrungsreiche Schlickwatten und ausgedehnte Salz- und Feuchtwiesen. Die neu entstandenen großflächigen Lebensräume mit tidebeeinflussten Überschwemmungsgebieten und feuchtem Grünland dienen der Sicherung und dem Erhalt für die Fauna und Flora. Namensgebend für den „Beltringharder Koog“ ist seine Lage im Bereich des mittelalterlichen Verwaltungsbezirks Beltringharde.

Reichhaltige Lebensräume entdecken

Mitte Oktober 2021 und Mai 2026 war ich 2-mal auf Nordstrand, und kann die Jahreszeiten Frühjahr und Herbst empfehlen, auf Grund der Vogelvielfalt.
Im Beltringharder Koog sind folgende Süß- und Salzwasser Lagunen immer interessant.

Von Süden nach Norden sind es:

1. Das Arlauer Speicherbecken mit Überschwemmungsflächen und Salzwiesen wird
     vom namensgebenden Fluss mit Süßwasser gespeist, und beinhaltet Brackwasser.
     (Süßwasser mit einem Anteil Meereswasser).
2. Östlich angrenzend liegt der Holmer See, ebenfalls mit  Überschwemmungsflächen.
     der Süßwasseranteil stammt von einem Abzweig der Arlau.  
3. Nördlich des Holmer Sees, vom Speicherbeckenwall abgegrenzt, liegt die Salzwasser 
     Lagune mit Sandinsel, Salzwiesen und Feuchtgrünland.
4. Weiter nördlich abgegrenzt vom Lüttmoordamm liegt der Lüttmoorsee
     mit 2, im Feuchtgrünland, eingebetteten Kleientnahmebecken.
Auf der Hälfte des Weges befindet sich eine Beobachtungshütte, aus der man interessante Beobachtungen machen kann, hier ist aber beim Zu-, Weggang und während der Beobachtungszeit strickte Ruhe einzuhalten.

Alle 4 Gewässer bilden zusammen den Beltringharder Koog, die einmalige Beobachtungsmöglichkeiten bieten.

Am Lüttmoordamm befinden sich 2 Parkplätze, siehe Karte. Am Ende des Damms befindet sich ein Austellungsgebäude mit Informationsmaterial, wo auch Führungen angeboten werden. 
Für den kleinen Hunger und Durst wurde neben dem Ausstellungsgebäude ein kleines Cafe eingerichtet, das allerdings, wie auch der Ausstellungsraum, nicht immer besetzt sein kann.

Fahrten von Nordstrand aus

Vor Nordstrand aus können gut 2 Halligen besucht werden, bei denen man Interessantes über das nordfriesische Wattenmeer erfahren kann.

Südfall: erreicht man ganz gemütlich mit der Kutsche über das Watt.

Kutschfahrt  auf dem Weg nach Südfall
Kutschfahrt auf dem Weg nach Südfall (Bild: TrkaP)

Allein die Hin- und Rückfahrt, über den Schlick des Wattenmeeres ist schon ein Erlebnis. Die Kutscher*innen wissen auch bei der Überfahrt viel zu erzählen.
Zu wissen, dass man über die versunkene Stadt Rungholt fährt, die von der Großen Mandränke total überflutet wurde, erweckt schon das Interesse an der Geschichte der Entstehung der heutigen Nordfriesischen Küste, mit Ihren Halligen und Inseln, in den letzten 700 Jahren.
Im Netz, aber auch im Buchhandel, findet man genügend Informationen dazu.

Die Hallig ist bewirtschaftet und bietet Deftiges und Süßes, sowie heiße und kalte Getränke.
Auf der Hallig darf man sich nur innerhalb der Warft bewegen, um die seltenen Vögel nicht zu stören.

Wichtig: Die Hallig Südfall liegt im Schutzgebiet 1, im am strengsten geschützten Gebiet des Wattenmeeres.

Bei Interesse können Sie mehr erfahren, wenn Sie folgenden Link öffnen:
Rungholt und der Mythos über Nordfrieslands "Atlantis der Nordsee" | ndr.de

Nordstrandischmoor
Zur Hallig Nordstrandischmoor gelangt man auf 2 Wegen.
Entweder mit einem der Adlerschiffe von Strucklahnungshörn aus, oder mit der der Lorenbahn von Lüttmoorsiel. Hierfür wurde für die Bewohner und Halligurlauber ein Damm mit einer 600mm Schmalspur von ca. 7km durchs Watt errichtet.

Die Hallig Nordstrandischmoor hat eine Größe von 1,9 ha. mit 4 Warften, wovon 3 aktuell bewohnt sind, Norderwarft, Amalienwarft und Neuwarft, während die Halberwegwarft aktuell unbewohnt ist.
Besonderheit einen Halligkrog mit Restaurantbetrieb, sowie den alten Friedhof, der nicht mehr für Bestattungen freigegeben wird.

Weißwangengänse im Anflug auf Nordstrandischmoor
Im Oktober 2021: Weißwangengänse im Anflug auf Nordstrandischmoor (TrkaP)
Hallighaus auf Neuwarft
Hallighaus auf Neuwarft am 15.05.2026 (TrkaA)

Im Hallighaus auf  Neuwarft  hat man die Möglichkeit auf Vorbestellung zu Übernachten aber Tagesgäste können sich nach oder vor einer Wanderung mit verschiedenen Gerichten und Getränke versorgen. Freuen Sie sich auf die vielen jahreszeitlich bedingten Beobachtungen von Fauna und Flora.

Von Ende Juni bis August können Sie die großen Flächen der violetten Blüte der Bondestave, „dem Halligflieder“ auf Nordstrandischmoor bewundern.
Das folgende Foto stammt aus dem Internet des BUND:
Gewöhnlicher Strandflieder – die Pflanze mit den Absalzdrüsen

Der Gewöhnliche Strandflieder (Limonium vulgare)
Der Gewöhnliche Strandflieder (Limonium vulgare) oder Halligflieder ist eine Pflanzenart aus der Familie der Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae). Trotz des Namens ist er mit dem Flieder, den wir aus unseren Gärten kennen, nicht verwandt.

Auf den folgenden Seiten finden Sie ein paar fotografische Einblicke auf einen Teil der Vogelwelt auf Nordstrand, Südfall und Nordstrandischmoor, die mir zwischen den 11. Mai bis zum 15. Mai, geglückt sind, mit Hinweisen zu den Aufnahmeorten.

Erstellt durch:
Peter Trka
Naturschutzwart für Natur und Umwelt in Michelfeld

E-Mail:
peter.trka@gmail.com

Organisation:
NABU Schwäbisch Hall

Säbelschnäbler im Watt
2026.05.11 Säbelschnäbler im Watt auf Nahrungssuche vor dem Arlauer-Speicherbecken (TrkaP)
Flußseeschwalbe auf Landzunge
2026.05.12 Flußseeschwalbe auf Landzunge an der Beobachtungshütte am Lüttmoordamm (TrkaP)
Rotschenkel am Wassersaum
2026.05.12 Rotschenkel am Wassersaum am Lüttmoorsiel bei der Nahrungssuche (TrkaP)
Schwarzhalstaucher
2026.05.12 Schwarzhalstaucher Lüttmoorsee-Beltringharder Koog (TrkaP)
Steinschmätzer
2026.05.14 Steinschmätzer, weibl. Auf einem Acker Nordstrand-Westen (TrkaP)
Stiglitz
2026.05.14 halbversteckter Stiglitz an unserer Terrasse (TrkaP)
Haubentaucherpaar
2026.05.15 Haubentaucherpaar beim Ausbrüten des Nachwuchses an Nordseite des Lüttmoordamms (TrkaP)
Küstenseeschwalbe
2026.05.15 Küstenseeschwalbe auf Marschland an Lorenbahn nach Nordstrandischmoor (TrkaP)
Löffelente
2026.05.15 Löffelente, männl. am Südseite Lüttmoordamm (TrkaP)
Steinwälzer
2026.05.15 Steinwälzer platzmachend für die Lorenbahn (TrkaP)

Wir bedanken uns herzlich bei Peter Trka für diesen informativen Gastbeitrag und die schönen Bilder, die er uns für die Veröffentlichung auf unserer Seite zur Verfügung gestellt hat.

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