Kultur, Veranstaltungen

Biikebrennen - Tradition an der Nordsee

Margarethe Kahle

In Nordfriesland ist das „Biikefeuer“ am 21. Februar eine gefestigte Tradition. Gerne erzähle ich Euch mehr über dieses friesische Erlebnis und hoffe, Ihr könnt es einmal hier bei uns live miterleben!

Das friesische Wort „Biike“ bedeutet so viel wie Seezeichen oder Feuermal. Verschiedene Legenden deuten auf einen Ursprung der Tradition des 17. Jahrhunderts hin. So besagt eine Legende, dass das Feuer nach einem langen
Winter den nordfriesischen Walfängern als Abschiedsgruß diente. Nach Einbruch der Dunkelheit entzündeten die Frauen der Männer an der Wattseite die Biike-Haufen, um Ihren Männern solange wie möglich ein Wegzeichen mitzugeben.
Eine weitere Sage geht bis in die heidnische Zeit zurück. Das „Biikefeuer“ galt als „Frühlingsfeuer“ gegen böse Geister. So ist es auch heute noch auf den nordfriesischen Inseln wie Föhr, Amrum, Sylt oder auch Pellworm. Auf den Inseln
und Halligen werden im Feuer auch Strohpuppen verbrannt, welche den Winter symbolisieren, welcher nun ausgetrieben wird.

Der nordfriesische Brauch ist zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden und lockt in der Nebensaison auch viele Gäste an, da eine besondere Atmosphäre bei diesem Brauch in der Luft liegt, den man selbst erlebt haben sollte. Für die
Einheimischen ist es meistens die erste große Veranstaltung im Jahr und vor allem das Ende des Winters in der heimischen Umgebung.

Für mich persönlich endet dann auch der altbekannte „Winterblues“ ;-).

Nach dem Besuch des Biikefeuers, kehren viele Gäste und Einheimische in die örtlichen Restaurants und essen traditionell Grünkohl. Danach gibt es in einer geselligen Runde oft einen „Lütten Klaren“.
Wusstet Ihr schon? In Deutschland gibt es ein nationales Verzeichnis für Immateriellen Kulturerbes. Seit2014 wurde das „Biikebrennen“ in das nationale Verzeichnis der UNESCO mitaufgenommen und soll in den kommenden Jahren
weiter an lebendigen Kulturtraditionen wachsen.